Notfallmedizin

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Literatur - Links

Kardiologische Notfälle

Herzrhythmusstörungen

Kammerkomplex breit oder schmal?
  • schmal:
    • supraventrikuläre Tachykardie
    • atriale Tachykardie
    • Vorhofflattern/flimmern
  • breit
    • Ventrikuläte Tachykardie VT
    • alle genannten Tachykardien mit Schenkelblock
    • Vorhofflimmern bei WPW-Syndrom
Regelmäßig oder unregelmäßig?
  • unregelmäßig: VHF
  • regelmäßig: Reentrytachykardie, Vorhofflattern, VT
p-Wellen in V1 am besten sichtbar

Einteilung
  • Nach der Frequenz
  • Nach der Breite des QRS-Komplexes
  • Lokalisation Vorhof oder Kammer
  • Regelmäßig oder unregelmäßig

Kriterien Kammertachykardie

  • anamnestisch strukturelle Herzkrankheit, KHK
  • QRS-Dauer >140ms, regelmäßig
  • Vorliegen einer AV-Dissoziation (unabhängig voneinander auftretende P-Wellen und QRS-Komplexe, Capture/Fusion beats)
  • konkordante QRS-Komplexe (nur negative oder positive Ausschläge in sämtlichen Brustwandableitungen)
  • überdrehter Rechtslagetyp beweißt Kammertachykardie


tachykarde Rhythmusstörungen
  • schmale QRS bis 110-120ms: immer supraventrikulär
  • breiter: kann Kammer- oder supraventr. Tachykardie sein
  • ist die Tachykardie unregelmäßig, handelt es sich meist um Vorhofflimmern mit präexistentem Schenkelblock.

Carotisdruck: vorsicht! Besser Vagus mit Valsalva: pressen lassen, Glas kaltes Wasser trinken lassen.

Reentry-Tachykardien

Therapie bei

  • Kreislaufstabilität:
    • Adenosin 6mg, dann 12mg, ev. 18mg schnell i.v., KI Asthma bronchiale
    • Ajmalin, bis 50mg, sehr langsam injizieren
    • Beta-Blocker
  • Instabilität
    • Kardioversion


Vagusreiz, Umlagerungsmanöver

  • Kaltes Wasser, Karotissinusmassage, Patient pressen lassen
  • Vagus-Umlagerungsmanöver: Der Patient sitzt auf einer Trage/im Bett und legt sich selbstständig nach hinten (supine Körperposition) und atmet langsam und tief (hohes ATemzugvolumen). Durch diese Umlagerung kombiniert mit dem Atemmanöver kommt es über Stimulierung der Bartrezeptoren zu einer starken Vagusstimulation. Die Autoren beschreiben zahlreiche Fälle mit der effektiven Nutzung dieses Manövers.

Brudaga-Syndrom

Digitalisierung, Digoxin, Digitoxin

Digoxin

Aufsättigungsdosis 1-1.5mg. 20% werden pro Tag abgebaut, insbesondere renal ausgeschieden. Schnelle oder langsame Aufsättigung, zwischen 3 Stunden und 10 Tagen. Anhand der Elimination von 20% kann die Dosis berechnet werden. Erhaltungsdosis 0,2-0,375mg/d

Digitoxin


Bradykardie

Akutes Koronarsyndrom ACS


  • ST-Hebung in 2 benachbarten Ableitungen
    • 0,1 mV in Extremitätenableitungen bzw.
    • 0,2 mV Brustwandableitungen sind infarkttypisch, 1 mV = 10 mm
  • bei ST-Senkungen in der Vorderwand auch an V7-V9 denken. Dort gilt Hebung >0,5mm als STEMI posterior!
Neue Kriterien 2013

Der STEMI ist durch ST‑Streckenhebungen definiert mit

  • ST-Hebungen bei Männer < 40 Jahre: 0.25mV – Männer > 40 Jahre: 0.2mV - Frauen: 0.15mV in V2-V3
  • und/oder in >= 2 benachbarten Ableitungen >=0.1mV
  • vorliegen eines Linksschenkelblocks (LBBB)
  • vorliegen eines Rechtsschenkelblocks (RBBB)


Typische Infarktsymptomatik

Drückend, ziehend, anhaltend, linksthorakaler, retrosternale Schmerzen, mögliche Ausstrahlung in linken Arm, Schulter, Oberbauch, Unterkiefer, nicht atemabhängig oder auf Druck auslösbar, vegetative Begleitsymptomtik


PTCA-Indikation
  • Überschreitung des Zeitfensters 12-24 h
  • kardiogener Schock
  • Rescue-PCI bei erfolgloser Lyse
  • sekundär nach erfolgreicher Lyse
Therapie
  • Sauerstoffgabe: Stellungnahme GRC 2011-01: wie bei Reanimation, Ziel-SpO2 von 94-98% ausreichend, O2 nur darunter!
  • Lagerung
  • Nitrogabe, nicht mehr "diagnostisch" notwendig. Erst i.v.-Zugang sinnvoll. Nicht bei Hinterwand-/Rechtsventrikulärem Infarkt
  • Aspisol 500mg i.v. (250mg...)
    • ggf. Loadingdose Clopidogrel Plavix 300mg p.o. (über 75J 75mg)
  • Heparin 60IE/kg, max. 4000IE (nicht bei Marcumarisierung!)
    • ggf. Enoxaparin Clexane
  • Morphin titriert, ggf. Antiemetikum
  • Metoprolol (Beloc) i.v. (Ziel HF<100/min, keine Zeichen der Herzinsuffizienz, Vorsicht beim Hinterwandinfarkt, RCA)

de-Winter-STEMI-Kriterien

Thrombolyse

Vorderwandinfarkt! Bei Hinterwandinfarkt Nutzen umstritten!

Lyseindikation Präklinisch
  • Katheterplatz nicht innerhalb von 90min erreichbar UND
  • Zeitvorteil durch Lyse > 60min
  • UND/ODER??? Infarktschmerz < 3h


Absolute Kontraindikationen
  • Hämorrhagischer Schlaganfall (oder unbekannt) zu jeder Zeit
  • Ischämischer Schlaganfall innerhalb der letzten 6 Monate
  • Zentralnervöse Verletzung/Neoplasma
  • Schweres Trauma/OP/SHT innerhalb der letzten 3 Wochen (2 Monate)
  • Gastrointestinale Blutung innerhalb des letzten Monats
  • Bekannte Gerinnungsstörung
  • Aortendissektion


Relative Kontraindikationen
  • Keine Altersbeschränkungen, Blutungsrisiko steigt jenseits der 75.
  • TIA während der letzten 6 Monate
  • OAK
  • Schwangerschaft (bis 1 Woche post partum)
  • Nicht komprimierbare Punktionen
  • Prolongierte traumatische Reanimation
  • Therapieresistente Hypertonie (syst. RR > 180 mm Hg)
  • Fortgeschrittene Lebererkrankung
  • Rezente Endokarditis
  • Aktives peptisches Ulkus
  • Kardiopulmonale Reanimation mit Rippen- / Sternum-Fraktur
  • i.m. Injektion vor < 24h

Lungenembolie

Intensivmedizin - Lungenembolie -

Kardiogener Schock

Akutes Rechtsherzversagen

Schrittmacher, PM, ICD: Fehlfunktionen, Probleme

IABP, ECMO, Invasive Devices, Transport

LVAD RVAD BiVAD, Kunstherz, externe Unterstützungssysteme, Hearthmate

angeborene Herzfehler

Reanimation

German Resuscitation Council, aktuelle Empfehlungen in deutsch


Therapierefraktäres Kammerflimmern

Trauma-Rea

Reversible Ursachen, Hs und Hits

  • Hypoxie
  • Hypovolämie
  • Hypo-/Hyperkaliämie/metabolisch
  • Hypothermie
  • Herzbeuteltamponade
  • Intoxikation
  • Thromboembolie
  • Spannungspneumothorax

Neuerungen

  • 5-6cm Drucktiefe, 100-120/min
  • max. 5 sec. Unterbrechung für Beatmung oder Defi (nur zum Auslösen), max. 10 sec. für Intubation

Neugeborenenreanimation und -Versorgung


Prof. Berger, Luzern, 2013-03 Freiburg
  • Postpartal SpO2 60%, nach 5 min 80%, nach 10 min 90%
  • SpO2-Sensor an rechte Hand! Präduktales Blut
  • Nabelschnurpuls besser tastbar als A.brachialis/femoralis
  • Für den Flüssigkeitsabtransport in der Lunge sind alveolarseitig Chlorid-Kanäle sowie basal Natriumkanäle mitverantwortlich.
  • bei der initialen Maskenbeatmung sind Drucke bis 40mbar möglich/notwendig
  • Maskenbeatmung möglichst immer mit PEEP 5
  • Gewicht+6cm Tubustiefe oral, +20% nasal
  • 10ml 1:10, über 3-Wege-Hahn, quer dazu eine 1ml Insulinspritze
  • An Pneumothorax denken
    • ev. Punktion 4.ICR vordere Axillarlinie mit Viggo
  • Magensonde
Pneumothorax
  • Punktion mit Venenverweilkanüle 18G in vorderer Axillarlinie 4.-6.ICR
Neugeborene, d.h. im ersten Lebensmonat und unmittelbar postpartal bis Ende 1. Lebensmonat
  • Lagerung in Höhe der Mutter, Verzögertes Abnabeln (frühestens nach 1 min)
  • Ausstreichen der Nabelschnur Richtung Kind (ca. 25ml Blutvolumen, weniger Katecholaminbedarf, keine Mortalitätsverbesserung)
  • Absaugen nur bei Mekonium. Dann ggf. Intubation und endotracheales Absaugen
  • Blähmanöver mit ca. 30cmH2O für 2-3 sek. (25 bei Frühgeborenen)
  • 5 initiale Beatmungen bei Schnappatmung oder Apnoe
  • initial 21-30% FiO2. (Frühchen 30%), weiter nach SpO2
  • Akzeptable präduktale SpO2: 2min 60%, 3min 70%, 4min 80%, 5min 85%, 10min 90%
  • HF<60/min: Verhältnis Thoraxkompressionen zu Beatmungen 3:1
  • Druckpunkt unteres Sternumdrittel, Tiefe ca. 1/3 des Thoraxdurchmessers
  • Adrenalin 2021: alle 3-5 Min 10-30µg/kg i.v. oder 50-100µg/kg intratracheal!

Maskenbeatmung beim Neugeborenen

Nabelvenenkatheter

Kinderreanimation

Basic Life Support
  • Laienoder Einzelhelfer, Beginn 5 Beatmungen, dann CPR 30 : 2
  • Für mehrere Helfer gilt das Verhältnis 15 : 2.
  • Thoraxkompression: Bei Säuglingen „2-Finger-Technik“ (Einhelfer, von der Seite) oder umgreifende „2-Daumen-Technik“ (2-Helfer).
    • Bei Kindern > 1 Jahr nach Bedarf die „1- oder 2-Hände-Technik“.
    • Drucktiefe mindestens 1/3 des AP-Thoraxdurckmessers, Säuglinge ca. 4cm, >1 J: 5cm, zwischendrin vollständige Entlastung
  • 100-120/min, untere Sternumhälfte
  • Säuglinge/Kinder bis zur Pubertät, 15:2 (Neugeborene 3:1)
  • AED können bei Kindern > 1 Jahr verwendet werden
Advanced Life Support
  • Larynxmaske als initialer Atemweg
  • Tuben mit Cuff sinnvoll
  • Das ideale Tidalvolumen soll zur mäßigen Thoraxexkursion führen. Cave: Hyperventilation vermeiden.
  • Mono- und biphasische manuelle Defibrillation 4 J/kg, Ein-Schock, dann unmittelbar 2min CPR
Asystolie, Pulslose elektrische Aktivität
  • Adrenalin i. v. oder i. o., Dosis 10 μg/kg KG
Defibrillation
  • Kammerflimmern (VF) und pulslose ventrikuläre Tachykardie (VT) werden mit einem einzelnen Schock behandelt.
  • erster Schock 2 J/kg, dann steigern auf 4 J/kg (Outcome besser, von AHA empfohlen)
  • Sofort CPR für 2 Minuten, dann erneute Rhythmuskontrolle, ggf. weiterer Schock
  • Bei Fortbestehen von VF/VT nach dem 3. Schock: Amiodaron 5mg/kg KG
  • Nach dem 3. Schock Adrenalin 10 μg/kg KG i. v. oder i. o., dann alle 3-5min
  • Nach dem 5. Schock Amiodaron 5mg/kg KG wiederholen, (ev. Magnesium, Calcium, NaBic, Volumen?)
  • Unterbrechungen vor und nach Schock so gering wie möglich halten!

Postreanimationsphase

  • Bei wiederhergestelltem Spontankreislauf und anhaltender Bewusstlosigkeit kann eine milde Hypothermie (32–34°C) für 12–24 Stunden sinnvoll sein. Anschließend Aufwärmen mit 0,25–0,5°C pro Stunde.
  • Nach einem Kreislaufstillstand ist Fieber aggressiv zu behandeln.
  • FiO2 frühzeitig reduzieren, Zielgröße SpO2 94-98%
    • bei schwerer Anämie oder Rauchgarinhalation (CO-Vergiftung) FiO2 1.0

Respiratorische Notfälle

Bronchitis, Erkältung, Tonsillitis, Fieber

COPD

Neurologische Notfälle


Synkope


Kopfschmerzen

SAB

  • Alter mindestens 40 Jahre
  • Nackenschmerz/-steifigkeit*
  • Bewusstseinsverlust
  • Schmerzbeginn bei Anstrengung
  • Donnerschlagkopfschmerz (Schmerzdauer kürzer als eine Sekunde)
  • beeinträchtigte Nackenbeugung

->Sensitivität von 100% bei einer Spezifität von 15,5%

Diagnose einer Subarachnoidalblutung nach klinischen Entscheidungsregeln

Mehrere klinische Entscheidungsregeln wurden publiziert, um die Patienten mit plötzlichen, starken Kopfschmerzen zu identifizieren, bei denen eine Subarachnoidalblutung (SAH, subarachnoidal hemorrhage) durch weitere Diagnostik ausgeschlossen werden muss. Das Department of Emergency Medicine der University of Ottawa (Kanada) prüfte die Treffsicherheit, Verlässlichkeit und mögliche Verbesserungen dieser Entscheidungsregeln in einer neuen Patientenkohorte.

Zwischen 2006 und 2010 wurden 2.131 Erwachsene ohne Trauma mit starken, innerhalb einer Stunde entstandenen Kopfschmerzen ohne neurologische Ausfälle in die multizentrische Kohortenstudie aufgenommen. Eine SAH war definiert als subarachnoidales Blut im Computertomogramm oder als Xanthochromie im Liqour oder als Erythrozyten im letzten Liquor-Röhrchen mit zusätzlichem angiographischen Befund.

132 Patienten (6,2%) hatten eine SAH. Die Entscheidungsregel aus Alter ab 40 Jahren, Nackenschmerzen oder -steife und bezeugter Bewusstseinsverlust oder Symptombeginn bei Anstrengung hatte eine Sensitivität für eine SAH von 98% und eine Spezifität von 28%. Wurden zudem die Parameter "Donnerschlagkopfschmerz" (plötzlicher, sehr starker Kopfschmerz) und "limitierte Nackenbeugung bei der Untersuchung" berücksichtigt, so hatte diese als Ottawa SAH Rule bezeichnete Entscheidungsregel eine Sensitivität von 100% bei einer Spezifität von 15%.

Fazit: Bei nicht traumatischen Patienten mit starken, plötzlich entstandenen Kopfschmerzen ohne neurologische Ausfälle (vorläufig nur in diesem Setting!) werden mit der Ottawa SAH Rule nahezu alle Patienten mit SAH erfasst.

Perry JJ, Stiell IG, Sivilotti ML et al. Clinical decision rules to rule out subarachnoid hemorrhage for acute headache. JAMA 2013;310:1248-55

Apoplex, TIA

Besser Hirninsult 15-20% Hämorrhagisch Mediastromgebiet: linksseitiger Infarkt macht Aphasie, Apraxie Rechts eher neuropsychologische Ausfälle wie Neglect, Agnosie. Anteriorinfarkte beinbetonte Hemiparesen sowie beinbetonte Sensibilitätsstörungen, Blasenstörungen. Posteriorgebiet: Gesichtsauffälle, Hemi u Quadrantenanopsie zur Gegenseite des Infarkts, häufig kopfschmerzen.

Hirnstamm: gekreuzte sensomot Hemiparese mit Hirnnervenausfälle zur Infarktseite und kontralateralen Hemiparesen. Dysarhtrie, schwindel, ataxie, okulomotorikstörungen, doppelbilder

Kleinhirn: übelkeit, erbrechen, kopfschmerzen, nystagmus, ataxie

Basilaristhrombose: (durchblutung von Hirnstamm, Kleinhirn u posteriorgebiet!) 80% Letalität. Verwirrtheit, Vigilanzstörung, schwindel, Okulomotorikstörungen, Ptose, Nystagmus, hemi- Tetraparese, Dysarthrie, Kopfschmerzen.

Therapie
  • O2 bei SpO2<95%
  • RR erst ab 220/120 senken!
  • RR unter 140 sys anheben durch Volumen/Vasopressor
  • Keine Antikoagulanzien
  • Klinik mit Stroke unit, mindestens jedoch CT-Diagnostik

Status epilepticus


  • Lorazepam (Tavor) 0,05 mg/kg, max. 0,1 mg/kg i.v. (4 mg, 2 mg/min, ggfs. 1x wiederholen)
  • Diazepam (Valium) 0,15 mg/kg i.v. (5 mg/min, ggfs. wiederholen, max. 30 mg)
  • Clonazepam (Rivotril) 0,015 mg/kg i.v. (70kg 1mg) (0,5 mg/min., ggfs. wiederholen, max. ca. 3 mg)
danach, ggfs. parallel über den separaten i.v. Zugang
  • Levetiracetam (Keppra) (1000-3000mg in 15min)
  • Phenytoin 18 mg/kg i.v. (50 mg/min)
  • Valproat (40mg/kg i.v. 300mg/min)

Ferner zu beachten

  • Bei initialer Nichtverfügbarkeit eines i.v.-Zugangs: Diazepam 10-20 mg Rektiole rektal

auch durch erstbehandelnde Laien, alternativ Lorazepam (z.B. Tavor expidet 2,5 mg oral,

  • Akute hochdosierte Phenytoin-i.v.-Gabe immer unter Monitoring von RR und EKG.
  • Lorazepam muss gekühlt aufbewahrt und zur Injektion verdünnt werden
Bei Therapieversagen nach Benzodiazepin- und Phenytoingabe
  • Thiopental 3 mg/kg als Bolus oder
  • Propofol 2-3 mg/kg i.v. als Bolus oder
  • Midazolam 0,2 mg/kg i.v. als Bolus
Medikamente fernerer Wahl
  • Ketamin kann als NMDA-Rezeptor-Antagonist erfolgreich sein
  • Lidocain (Infos besorgen!), Paraldehyd, Isofluran, Chloralhydrat

Serotonin-Syndrom

Allergie, Anaphylaxie

ÜBEREMPFINDLICHKEITSREAKTIONEN

Bei der Typ 1-Allergie produziert der Körper bei früherem Kontakt mit dem als fremd eingestuften Stoff (Allergen) IgE-Antikörper, die sich an Mastzellen binden. Bei erneutem Kontakt mit dem Allergen schütten die Mastzellen Histamin (weiterhin eukotriene, Prostaglandine, Tryptase, plättchenaktivierender Faktor, Zytokine, Chemokine) aus und verursachen eine Immunreaktion.

Bei der Typ 2-Allergie bildet der Körper IgG oder IgM-Antikörper gegen Allergene auf der Oberfläche von Zellen, die dann an die Allergene binden. Das ist das Signal für das Immunsystem, die Zellen zu zerstören. Beispiel: Der Gerinnungshemmer Heparin oder das Parkinsonmedikament Methyldopa.

Die Typ 3-Allergie entsteht durch feste Verbindungen aus IgG-Antikörpern und einem Allergen. Diese Komplexe lagern sich in Blutgefäßen ab und es kommt zu Entzündungen von Gefäßen und innerer Organe. Beispiel: Die Antibiotika Minozyklin und Penizillin oder das Herzmedikament Chinidin.

Bei der Typ 4-Allergie setzen aktivierte Immunzellen (T-Lymphozyten) Botenstoffe frei. Die locken weitere Immunzellen an und es kommt zu einer Entzündung. Beispiel: Sulfonamid-Antibiotika, Penizillin, Cephalosporin, Abacavir

Beta-Blocker kann durch Blockade der kardiostimulierdnden und mastzellstabilisierdnden Wirkung von Adrenalin die Reaktion verstärken, ACE-Hemmer verstärken durch den verminderten Bradykininabbau ebenfalls die Symptomatik. NSARs führen zur vermehrten Leukotrienbildung sowie oralen Allergenresorption.

Einteilung
  • Grad 1: Juckreiz, Flush, Urtikaria, Angioödem
  • Grad 2: Nausea, Erbrechen, Rhinorröh, Dyspnoe, Tachykardie, Hypotension
  • Grad 3: Lyranxödem, Bronchospasmus, Schock
  • Grad 4: Kreislaufstillstand
Therapie
  • Adrenalin: i.m. 300µg (15-30kg 150µg), i.v. Bolu a 50µg, zusätzlich inhalativ pur
  • O2, VEL, Glukokortikoid, Antihistaminika

Penicillin-Allergie

akzidentelle Adrenalin-Injektion in den Finger

  • https://umem.org/educational_pearls/4288/
  • Warme Kompressen
  • Nitroglycerin lokal
  • Phentolamine:
    • Alpha-1 adrenergic antagonist that competitively blocks alpha-adrenergic receptors to produce brief antagonism of circulating epinephrine and norepinephrine. Phentolamine also promotes vasodilation and increases capillary blood flow.
    • Evidence for use after accidental injection of epinephrine autoinjector is mostly described in case reports, but one study showed that phentolamine was more effective at vasodilation than either nitroglycerin or sodium nitroprusside for treatment of digital norepinephrine injection. In another study of epinephrine-injected patients, subjects reported normal fingertip sensation in an average of 120 minutes after injection of phentolamine compared to 549 minutes after injection of saline. It took an average of 85 minutes for the epinephrine-injected digits to return to normal color after phentolamine injection compared to an average of 320 minutes after injection with saline.
    • Preparation/application: Dilute 5 mg of phentolamine in 10 mL of 0.9% sodium chloride. Inject small amounts subcutaneously into the affected area.

Psychiatrische Notfälle

Suizid

Media:NotfRettmed_2011-06_Person-droht-zu-springen.pdf


Trauma, Polytrauma

PHTLS PreHospitalTraumaLifeSupport

FAST, eFAST, Sonografie

Thoraxtrauma

Der eingeklemmte Patient

Schwangere Trauma-Patientin

Schulterluxation und Reposition

Wirbelsäulentrauma

  • Nervus phrenicus aus C3-C5


Polytraumatisiertes Kind

Schockraum


ATLS

  • Basis für ein erfolgreiches Schockraummanagement nach ATLS® ist ein funktionierendes, interdisziplinäres Team unter der Leitung eines in der Polytraumaversorgung erfahrenen Arztes.
  • Primäre Aufgaben des Teams sind die Etablierung und die Sicherung der Atemwege sowie einer adäquaten Ventilation.
  • Zusätzlich werden arterielle und venöse Zugänge platziert sowie das erforderliche Flüssigkeitsmanagement zur Therapie des Kreislaufschocks und nötige Transfusionen (EK, FFP) initiiert.
  • Die chirurgische Intervention bei instabilen Patienten sollte möglichst kurz sein, unter Umständen ist lediglich ein Packing mit anschließender Stabilisierung auf der Intensivstation durchzuführen (Damage Control Surgery).
  • Mit Anlage von Bülaudrainagen ist die Mehrzahl der Thoraxtrauma-Patienten ausreichend versorgt.
  • Das Konzept der Damage Control Surgery sollte auch bei stabilen Patienten mit bilateralen Lungenkontusionen, multiplen Frakturen der Röhrenknochen sowie Koagulopathien und einer geschätzten Operationszeit von mehr als 6 Stunden Anwendung finden.
  • Bei stabilen Patienten mit Verdacht auf Schädelhirntrauma hat die CT-diagnostische Bestätigung und die frühzeitige neurochirugische Versorgung subduraler und epiduraler Hämatome Vorrang vor anderen Maßnahmen.
  • Die Umsetzung des ATLS®-Konzepts hat einen hohen Ausbildungswert und verbessert die Qualität des Schockraummanagements.

Nicht-traumatologische Schockraumversorgung

Gynäkologie und Geburtshilfe

Präeklampsie

Media:Anae_2008-01_Anä_bei_Pat_mit_Praeeklampsie_und_Eklampsie.pdf

Antihypertensive Therapie
  • Mittel der 1. Wahl ist Ebrantil
Antikonvulsive Therapie
  • Magnesium
    • Initial 2-4g i.v. über 20min
    • 1-2g/h während der ersten 24h
    • Spiegelkontrollen: alle 6h, therapeutisches Ziel: 4-8mg/dl

Geburt

  • Keine vaginale Untersuchung bei vaginaler Blutung
  • Jede Tokolyse kann eine lebensbedrohliche atone Blutung auslösen!
Indikationen zur Tokolyse
  • sehr streng stellen, ggf. Nabelschnurvorfall
Durchführung Tokolyse
  • Partusisten = Fenoterol
    • 1 Amp = 250µg (oder 500µg!), auf 10ml verdünnen, daraus 1 ml auf 10ml verdünnen! = 2,5µg/ml
    • 3-5µg alle 3min
    • Perfusor: 2-4µg/min
    • Berotec-Spray denkbar: 3-5 Hübe = 0,6-1mg

Intoxikationen

Bei fünf Medikamenten (Carbamazepin, Theophyllin, Dapson, Phenobarbital und Chinin) ist eine Aktivkohlegabe 0.5-1g/kg auch später als 1h und repetitiv alle 4 h sinnvoll!

Paracetamol: Fluimucil, Acetylcystein

Dosierung:

  • Initial Bolus 150 mg/kg (über 15 min.),
  • gefolgt von 50 mg/kg über 4 h, gefolgt von 100 mg/kg über 16 h. Gesamtdosis 300 mg/kg; Gesamtdauer 20 h.

Rauchgasinhalation

  • führend meist Kohlenmonoxid -> Beatmung, hyperbare Oxygenierungstherapie
  • Bei Zyanid-Vergiftung () Natriumthiosulfat ODER Cyanokit
    • Cyanokit = Hydroxocobalamin, 540€, beeinträchtigt den O2-Transport nicht.
    • Anfangsdosis 70 mg/kg Körpergewicht, maximal 5 g (max 2x)
  • 4-DMAP: kann CyanoHB in MetHB umwandeln, beeinträchtigt den O2-Transport! Besonders relevant bei CO-Vergiftung, also bei jeder Mischintoxikation.
  • Natriumthiosulfat ist ein Schwefeldonator, wandelt Zyanid zu Thiozyanat (Rhodanid). Wirkt sehr langsam.
    • 50-100 mg/kgKG
  • Toluidinblau sollte gegeben werden, falls sich nach 4-DMAP-Gabe eine Zyanidvergiftung nicht verifizieren lässt
    • 2 mg/kgKG
  • bei coHB>25% oder Kleinhirnsymptome Druckkammertherapie, Hyperbare Oxygenierung
  • bei Bronchospastik beta-Mimetikum, kein Corticiod

CO Kohlenmonoxid

Cyanid

Methämoglobinämie, Poppers

Schwefelwasserstoffgas, Suizid

Media:Warnhinweis_Suizidmodeerscheinung_Schwefelwasserstoffgas.pdf

Liquid Ecstasy GHB GBL

Energydrinks, Coffein, Taurin

Formaldehyd, Ethylenglycol zu Glycolaldehyd, Propylenglycol, Isopropanol

https://de.wikipedia.org/wiki/Fomepizol

Eisenhut

https://de.wikipedia.org/wiki/Eisenhut

Schlangenbiss

Stoffwechselerkrankungen

Diabetes, Blutzuckerentgleisung, Hyperglykämie, Hypoglykämie

Ketoazidotisches Koma
  • Diabetes mellitus Typ I
  • Fehlen von Insulin, Hemmung der Glukoseaufnahme, Glykolyse nur eingeschränkt möglich, gesteigerte Lipolyse durch fehlendes Insulin ->
  • Akkumulation von Ketonkörpern-> metabolischen Azidose -> osmotischen Diurese ->Hypovolämie
  • Berechnung der Anionenlücke (Normalbereich: 12±4 mmol/l) -> bei Ketoazidose vergrößert!
    • ([Na+] + [K+]) − ([CI−] + [HCO3 −]) = Anionenlücke [mmol/l]
Hyperosmolares Koma
  • Diabetes mellitus Typ II
  • Insulinresistenz der Zellen für Hyperglykämie verantwortlich
  • extrem hohe Blutzuckerwerte -> ausgeprägten osmotischen Diurese ->Flüssigkeitsdefizite von 5-10L
    • Tipp: z.B. 1:4 verdünntes Blut messen

Kindernotfälle

Intranasale Gabe

Kreislauf, Grenzwerte Blutdruck

Kinder mit einem SHT haben ein besseres Outcome wenn der art. Mitteldruck im Alter

  • 2 - 6: >48 mmHg
  • 7 -10: >54 mmHg
  • 11-15: >58 mmhg gehalten wird.

Kindernotfallkarte


  • Kleinfinger des Kinds vergleichen
  • ungecufft beim Neugeborenen
    • Tubus ohne Cuff: ID = 4 + Alter / 4
  • ab dem 2. LM mit Cuff, inkl. Cuffdruckmessung < 25 cmH2O!
    • Tubus mit Cuff: ID = 3,5 + Alter / 4
  • Tiefe oral: 12 + 1/2 Alter (Bsp: 6 Jahre 12+3=15cm)
  • Gewicht:
    • Fingermethode: Gewicht (kg) = (2,5 x Alter in Jahren) plus 7,5
    • Luscombe-Formel: (Gewicht in kg = [3 x Alter in Jahren] + 7)
    • APLS-Formel: (Gewicht in kg = [Alter + 4] x 2)

Fieberkrampf

Media:NotfUp2date_2012_Kindernotfälle_Teil1_Fieberkrampf.pdf


Ingestion von Knopfzellbatterien

Media:Nerdfacts-Knopfzellbatterien_2024.pdf

Respiratorisches Versagen, Lunge

Atemwegsverlegung, Fremdkörper, Ingestion von Knopfzellen

Neurologische Notfälle, Bewußtseinsstörungen

Hypothermie, Tauch-, Ertrinkungsunfälle, Hitzeerkrankungen

  • Kalium >7 mmol/l prognostisch ungünstig (AHA >10, ERC >12 -> aussichtslos)

Tauchunfall, Tauchen, Ertrinken

Unterkühlung, Erfrierungen


Lawinen, Verschüttung

Hitzeerkrankungen, Hyperthermie, Hitzschlag, Hitzeerschöpfung

Verbrennung/Verbrühung/Verätzung


Einteilung der Verbrennungsgrade
 Einteilung  Tiefe    Klinik
 Grad 1   Epidermal	Rötung, Schwellung, starker Schmerz, trockene Wunde
 Grad 2a  Oberflächlich dermal	Blasenbildung, feuchter hyperämischer Wundgrund, starker Schmerz
 Grad 2b  Tief dermal, Haarfollikel u.Schweißdrüsengänge mitbetroffen   Fetzenförmige Epidermolyse, Blasenbildung blasser, feuchter Wundgrund mit mäßigem Schmerz
 Grad 3   Komplett dermal	Ausgetrocknete Blasenreste auf weißlich-elfenbeinfarbig verändertem, derben Gewebe keine Schmerzen
 Grad 4   Verkohlung Lyse (bei chemischer Schädigung)	Zerstörung weitgehender Schichten mit Subkutis, Muskeln, Sehnen, Knochen, Gelenken
  • 1% beim Erwachsenen: Hand inkl. Finger! Beim Kind: Handfläche OHNE Finger!
  • Kühlung bis maximal 10 Minuten bei kleinflächigen Verbrennungen als Schmerztherapie mit lauwarmen Wasser.
  • Wärmeerhalt
  • Zum Transport Wunden steril abdecken, keine weitere Kühlung (Spezialsysteme sind nicht erforderlich)
  • 1-2 große Volumenzugänge anlegen
  • Ausschließlich Elektrolyt-Lösung, keine Plasmaexpander (HES, Eiweiße o.ä.)
    • Volumengabe: Parkland usw ist out! Grundbedarf + soviel wie notwendig
  • ausreichende Analgosedierung (z.B. Fentanylcitrat / Midazolam / Ketamin o.ä.)
  • Cortison in jeglicher Form vermeiden!!
  • Bei V.a. Inhalationstrauma 100% Sauerstoff
    • bei Spastik => Bronchospasmin und/oder β2-Sympatomimetika (z.B. Fenoterol/Salbutamol)
Zentrale Verbrennungsbetten
040/42851-3998
Stationäre Therapie in einer Spezialeinheit/ Zentrum für Brandverletzte
  • bei Erwachsenen ab 2. Grades von 15%, ab 3. Grades von 10 % und mehr der Körperoberfläche
  • bei Kindern ab 2. Grades von 10%, ab 3. Grades von 5% und mehr der Körperoberfläche
  • Verbrennungen 2. und 3. Grades oder entsprechende Schädigung durch chemische Substanzen mit Lokalisation im Gesicht, an der Hand, am Fuß oder im Genitalbereich - einschließlich der durch elektrischen Strom verursachten thermischen Schäden.
  • Inhalationstraumata, auch in Verbindung mit leichten äußeren Verbrennungen; vom Vorhandensein eines solchen ist grundsätzlich bei Explosionsunfällen auszugehen

Erfrierungen

Verätzungen

Strom und Blitzunfälle

Akutes Abdomen

Nierenkolik

Media:SOP-2022-NIERENKOLIK.pdf


Seltene Kranheitsbilder

Hereditäres Angioödem, C1-Esterase-Inhibitormangel


HIV-Exposition, PEP, Postexpositionsprophylaxe

Zahntrauma

S2k-Leitlinie Dentales Trauma bleibender Zähne

Spezielle Techniken

Notfallnarkose, Atemwegssicherung, Intubation

Schwieriger Atemweg, Videolaryngoskopie


Intraossärer Zugang

Nasale Applikation

Nasal
Dosierung
Fentanyl (50 µg/ml)	1–2 µg/kg	
Morphin (10 mg/ml)	0,1 mg/kg	
Ketamin-S (25 mg/ml)    2 mg/kg
Midazolam (5 mg/ml)	0,3 mg/kg

Thoraxdrainage

Entlastung eines Spannungspneus beim Kind

REBOA


Clamshell-Thorakotomie

LNA, Sichtung, MANV

Manchester Triage Diagramm 2023