Schmerztherapie
Allgemeines
- „Schmerz ist eine unangenehme physische und psychische Erfahrung, die mit einem tatsächlichen oder potentiellen Gewebeschaden einhergeht oder als solcher Schaden beschrieben ist“ Internationale Gesellschaft zum Studium des Schmerzes
- „Schmerz ist, wenn der Patient sagt: “Es tut weh“ – wenn man ihn danach fragt!“
- Patienten haben ein RECHT auf Schmerzfreiheit, wenn es die Möglichkeit dazu gibt!!
- Schwere unbehandelte Schmerzen führen zu Komplikationen im postoperativen Verlauf
- Zuständigkeiten
- Chirurgische Bettenstation: Chirurg
- Anästhesiologische Intensivstation: Anästhesist
- Aufwachraum: Anästhesist
- APS-Patienten: Anästhesist
- PCA-Pumpen
- Periduralkatheter
- Periphere Nervenblockaden inklusive Kathetertechniken
- Allgemeine Schmerzkonsile
Lokal vereinbarte interdisziplinäre Zusammenarbeit, unterschrieben von den Chefärzten, Original im Sekratariat
- Schmerzmessung
- Die Schmerzeinschätzung erfolgt durch den Patienten selbst !!!
- Sie wird dokumentiert
- Visuelle Analogskala – VAS „Schmerzlineal“ Mittel der Wahl !
- Sie wird mindestens zweimal täglich erfasst, in Ruhe und in Bewegung
- Im AWR: mindestens bei Aufnahme und vor Verlegung
- VAS > 3 gilt als Schwellenwert für die Opiattherapie
- Optimales Ziel ist ein Score von 0 bis 2 in Ruhe und 2 oder 3 in Bewegung
Media:KUSS_und_VAS_Gesichterskala,_Schmerzeinschätzung_bei_Kindern.jpg
Postoperative Analgesie
- Stufenkonzept gilt auch hier
- Basisanalgesie: Novalgin 1g als KI
- Opiat auftitrieren
- Meist Dipidolor 3,75 – 7,5mg i.v.
- Evtl. Voltaren, Ibuprofen oder PCM
- Schmerztropf zur Aufrechterhaltung der Schmerzfreiheit, falls erforderlich
- Perfalgan nur bei
- Schwangeren
- Stillenden
- Pat. mit Novalginunverträglichkeit
- Ausgewählte Problempatienten
- 1 Flasche = 2.- Euro
- Dipidolor 7,5mg - 15mg iv
- Dolantin 25-50mg bei Shivering
- Schmerztropf: 2,5g Novalgin+ 15mg Dipidolor in 500ml Jonosteril
- max. 2 Fl. / Tag
- Vorsicht Volumen
- nicht bei ambulanten Patienten
- Novalgin Tropfen
- Paracetamol-Codein-Saft 15ml enthalten 1g Paracetamol+50mg Codein
- Paracetamol supp, max 25mg/kg KG
- Talvosilen supp
- Voltaren supp: Problem Maximaldosis und rückenmarksnahe Punktion
AWR
- Postop gemäß der Verordnung auf Narkoseprotokoll
- Naropin-Bag wird bereits im AWR angeschlossen
- VAS-Erfassung vor Verlegung
- VAS sollte unter 4 liegen
PCA
- Füllung mit Morphin 30mg in 30ml NaCl
- Bolus: 1mg
- Lock out: 5min
- 4h-Max. 15mg
- 45mg Dipidolor / 30ml
- Bolus: 1,5mg
- Lock out: 5min
- 4h-Max. 22,5mg
Im Prinzip sind viele Medikamente und Konzentrationen (z.B. 60mg oder 100mg Mo oder Dipi) möglich. Dipidolor sediert im Verhältnis zu Mo und Dolantin am wenigsten
- Dolantin 300mg auf 30ml, Bolus 10mg, 5min Sperrzeit, 4h max 150mg
- Modus
- PCA
- PCA + kontinuierliche Basalrate auch möglich:
- Basalrate nur in Ausnahmefällen, Indikation alle 48h neu prüfen
- (Basalrate wird zum 4h-Maximum hinzugerechnet!)
- Nur kontinuierlich: entspricht Perfusor
- Systemwechsel alle 48h
- Zusätzlich immer Novalgin 4 x 1g p.o. oder KI
- Alternativ Ibuprofen 3x600mg po.
Legacy PCA-Pumpe Modell 6300
Im Verzeichnis s:\Informationen\Betriebsanleitungen\Legacy PCA\CADD Legacy PCA.ppt gibts eine Powerpoint-Anleitung
- Zubehör erhalten wir von
- Trüschel GmbH Sabine Liebenhaben
- Waidplatzstr. 11+20
- 79331 Teningen
- Tel 07663 6089-0
- Fax –55
- Mobil 0163 3608937
- email: info@trueschel.de
- www.trueschel.de
- Schlüssel befindet sich an unserem Dienstschlüsselbund
- Die Taste Stop/Start muß jeweils 5 sek betätigt werden bis jeweils 3x4 Striche erscheinen
- Die Pumpe hat mehrere Locklevel:
- LL0 Berechtigung für alles (Code 63 bzw. 163 für Luft-Drucksensor)
- LL1 Berechtigung für Einstellungen bis zu den in LL0 vorgegebenen Werten
- LL2 nur start/stop und Reservoirvolumen zurücksetzen
- Um in alle Einstellungen zu kommen muß LL0 gewählt werden
- Dazu Taste Verriegelung, mit Pfeiltasten LL0 einstellen, nochmal Verriegelung, mit Pfeiltasten den Code 63 einstellen, nochmal Taste Verriegelung. Über die Taste Weiter kann man durch die einzelnen Parameter blättern.
- Selbsterklärend???
- An die Einstellungen des Luftdetektors und des Upstreamsensors kommt man über LL0 und Code 163 = Biomed-Menü
- Upstreamsensor= Drucküberwachung
PDK
- Infusomat, kontinuierlich
- Naropin 0,2% 200ml + 0,5mg Fentanyl
- Lumbal: 10 – 14 ml/h
- Thorakal: 4 - 8 ml/h
- Bolusgabe:
- Bupivacain 0,25%
- Lumbal: 12 – 15 ml 4 – 6 stdl.
- Thorakal: 6 – 8 ml 4 – 6 stdl.
- Morphin 10 mg/ 50 ml
- Lumbal: 2,4 mg Mo/ 12ml 8 – 12 stdl.
- Thorakal: 1,4 mg Mo/ 7ml 8 – 12 stdl.
- Bupivacain 0,25%
- Zusätzlich immer Novalgin 4 x 1g p.o. oder KI
- Alternativ: 3 x 600 mg Ibuprofen p.o.
- Betreuung auf peripheren Stationen
- Kontrolle der Einstichstelle alle 24h
- Verbandswechsel primär nach 72h, dann alle 48h
- Ziehen des PDK
- Gerinnung OK? Kein Clexane seit 12Stunden? Kein Heparin seit 4Stunden?
- Kontrolle des Katheters auf Vollständigkeit
- Frage nach Kopfschmerzen, Meningismus, Sensibilität, Motorik, Rückenschmerzen
- Betrachten der Einstichstelle
- Kein Clexane bis 4h danach, kein Heparin bis 2h danach
- 24h nach Ziehen Visite
- s.o.
- Kreißsaal vag. Geburt
- siehe PDK Kreißsaal
PCEA
Legacy-Pumpe
- Naropin 0,2% 200ml + 0,5mg Fentanyl mit folgender Grundeinstellung
- Basisinfusion 4 ml/h
- Bolus 4 ml
- Sperre 20 min
- 4-H Max. 32 ml
- Konzentration auf 1mg/ml einstellen, dann kann man die ml als mg einstellen.
Periphere Nervenblockaden, Katheter
- Standard über Infusomat
- Naropin 0,2% 6- 15 ml/h
- Zusätzlich Novalgin 4 x 1g p.o. oder 4x40° oder 5g in 1000ml
- Alternativ: 3 x 600 mg Ibuprofen p.o.
- Wenn die Konzentration nicht ausreicht, eventuell Bag mit 200ml 0,2% plus 40ml 1% =0,33%
Sectio
- Sectio in SpA oder VN
Postoperative Schmerztherapie gemäß Standard „Postoperatives Management nach Sectio caesarea“ Dokumente\Standard_Gyn_Sectio postop.pdf
- Sectio in Periduralanästhesie
PDK-Füllung in der Regel mit Morphin 2-3mg in 10-12ml Keine opiathaltigen Medikamente zusätzlich verabreichen.
Alternativ: Naropin-Bag gemäß PDK-Standard
Bei Ambulant operierten Patienten
Ambulante Patienten erhalten keinen Schmerztropf
Palliativtherapie
- Schmerztherapeutische Einstellung gemäß WHO-Stufenschema.
Ab Stufe 3, d.h. starkes Opiat,
- Antidepressiva
- Physikalische Therapie
- Psychotherapie
Therapie chronischer Schmerzen
Media:2012_Schmerz_u_Palliativmed_-_So_verblasst_das_Schmerzgedächtnis.pdf